Schlagwort-Archive: PEGIDA

AfD beweist extrem rechte Positionierung

Wieder einmal will die Thüringer AfD am kommenden Mittwoch auf dem Erfurter Domplatz aufmarschieren, um gegen ein angebliches „Politikversagen“ zu protestieren. Neu ist das angekündigte „Vorprogramm“ auf dem Domplatz. Dafür hat sich die Partei den rechten „Rapper“ „Chris Ares“ aus Bayern eingeladen, der bereits im März bei der AfD im oberbayerischen Geretsried aufgetreten war. Besser bekannt ist der 23-jährige aber durch seine Aktionen bei den teils gewalttätigen „Pegida“-Aufmärschen in München. Dort hatte er unter anderem am 19. Oktober 2015 einen Pressevertreter mit der Aussage „Wir finden dich und deine Familie und bringen dich um!“ bedroht. Auch der politische Hintergrund von „Ares“ lässt tiefe Rückschlüsse auf die ohnehin schon äußerst rechte Position der Thüringer AfD zu. Auf dem Facebook-Profil des selbst ernannten Rappers findet sich beispielsweise das Bild eines „Gedenksteins“ des extrem rechten und geschichtsrevisionistischen Vereins „Gedächtnisstätte“ in Guthmannshausen. In seinen Youtube-Videos macht er Werbung für ein „Bündnis deutscher Patrioten“ (BdP), von dem er als „Bruderschaft“ spricht und dessen Mitglied er ist. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Anhängern der Partei „Die Rechte“, „Pegida“-Ordnern, ehemaligen NPD-Aktivisten, Rockern und rechten Hools. Sie spielten sich bei zwei AfD-Aufmärschen in Bayern als Ordner auf und jagten Fotografen, während AfD-Anhänger feixend daneben standen. In seinen Videos verwendet „Ares“ außerdem Filmmaterial und Symbole der „Identitären Bewegung“ (IB) mit ihren rassistischen Kampagnen, die er zusätzlich verlinkt.

Vor diesem Hintergrund zeigt die Einladung des Rappers „Chris Ares“ einmal mehr die Schnittmengen der Thüringer AfD mit der extremen Rechten. Mit einem angekündigten Grußwort bedankt sich „Pegida“ bei Höcke für seinen Ausspruch, ohne die „außerparlamentarische Vorfeldorganisation“ wäre „die AfD nicht dort wo sie jetzt ist“. Dabei ist Pegida-Chef Lutz Bachmann erst Anfang Mai wegen Volksverhetzung verurteilt worden.

Möglichkeiten, sich der rechten Formierung entgegen zu stellen, gibt es am 18. Mai bei der Demonstration um 17.30 Uhr ab Anger, zeitgleich läuft bereits eine Kundgebung gegen die AfD am Domplatz.

Advertisements
Getaggt mit , , , ,

Organisierte Nazigewalt bei rechter Pegada Demonstration in Erfurt

Am heutigen Samstag, 24.1.2015, haben in Erfurt ca. 600-700 Teilnehmer_innen an einer antiamerikanischen und antisemitischen Demonstration von Pegada „EnDgAmE“ teilgenommen. Unter den Teilnehmer_innen waren ca. 200 organisierte Neonazis und rechte Hooligans. Bei den extrem Rechten hat sich auch der Erfurter NPD Stadtrat Enrico Biczysko befunden.

An den Gegenprotesten nahmen insgesamt ca. 800 Menschen in Erfurt teil. Mehrfach konnte es den Neonazis gelingen Antifaschist_innen, Gewerkschafter_innen, Politiker_innen und Fotojournalist_innen anzugreifen.

„Es ist ein Skandal, dass trotz mehrfacher Warnungen im Vorfeld an Polizei und Stadtverwaltung und den Erfahrungen der 1. gewalttätigen Hogesa-Demonstration in Köln, heute Nazis und rechte Hooligans Gegendemonstrant_innen angreifen konnten. Erneut versuchten Nazis das Transparent der antifaschistchen Koordination Erfurt [ake] mit dem Schwur von Buchenwald zu zerstören.“ Stellt die Pressesprecherin der [ake] Uli Klein empört fest.
Durch Blockaden auf der Strecke konnten die Antisemiten, Verschwörungstheoretiker und ihre Nazifreunde nicht wie geplant ihre Abschlusskundgebung auf dem Domplatz abhalten. Stattdessen liefen sie eine stark verkürzte Strecke zurück zum Hauptbahnhof. Auch auf der Abschlusskundgebung wurden unter den Augen der Polizei erneut Gegendemonstrant_innen angegriffen.

„Heute hat sich gezeigt, dass sich hinter dem Ruf nach Frieden in Erfurt Gewalttäter und Neonazis verschanzen. Die Organisatoren hatten im Vorfeld die Aufrufe von HoGeSa begrüßt. Aus der Erfurter Montagsmahnwache ist heute eine der größten Querfrontdemonstrationen der letzten Jahre entstanden. Der Auftritt von Jürgen Elsässer im vergangegen Jahr hat bereits gezeigt, wessen Geistes Kind die Erfurter Organisatoren um Konstantin Stößel sind. Auch damals waren mehrere Neonazis bei der Mahnwache anwesend.“ merkt Uli Klein an. „Die Forderungen der PEGADA nach u.a. der Beendigung einer imaginierten US-Besatzung sind extrem rechter Konsens. Die Organisatoren der Demonstration tragen die Verantwortung für die heutigen gewalttätigen Übergriffe.“

Die antifaschistische Koordination Erfurt bedankt sich bei allen Anwesenden, die sich trotz massiver Angriffe dem extrem Rechten Aufmarsch entgegengestellt haben, sich nicht einschüchtern haben lassen und die Strecke der PEGADA-Demonstration verkürzten.

Getaggt mit , , , , ,

Rechte Hooligan-Demo in Erfurt angekündigt

Erfurt droht im März zum Anlaufpunkt von rechten Hooligans und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet zu werden. Dies lässt die Ankündigung des neu gegründeten Vereins „Gemeinsam-Stark Deutschland“ befürchten, der am 15.03.2015 bundesweit zu einer Kundgebung in die Thüringer Landeshauptstadt mobilisiert. Der Verein mit Sitz in Nürnberg ist eine Abspaltung aus dem ehemaligen Führungsteam der „Hooligans gegen Salafisten“ und versteht sich selbst als Weiterentwicklung von HoGeSa und „PEGIDA“. Er wirbt u.a. mit dem Neonazi-Slogan „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ für seine extrem rechten Ziele und betreibt unverhohlen Rassismus sowie Hass gegen den Islam und Andersdenkende. Nach den bisherigen gewalttätigen HoGeSa-Aufmärschen wie in Köln und Hannover will der Verein mit der geplanten Kundgebung in Erfurt seine Umtriebe nun auch in den „Osten der Republik“ ausweiten. Hierbei kann er fest auf die Erfurter Neonazi-Szene zählen, die eng mit Hooligans verbunden ist und deren Vertreter mit anderen Thüringer Neonazis bereits bei den zurückliegenden HoGeSa-Aufmärschen aktiv waren. Hier dürften auch die Verbindungen geknüpft worden sein, die zum Auftritt der Rechtsrockband „Kategorie C“ im Dezember 2014 in Erfurt führten.

Die Formation um den Neonazi Hannes Ostendorf gilt als Aushängeschild der rechten Hooligan-Szene und trat beim HoGeSa-Aufmarsch im Oktober 2014 in Köln als Anheizer auf. Während ihre Konzerte anderswo verboten werden, konnte die extrem rechte Band in der Kammwegklause auf dem Herrenberg auftreten, das Terrain sondieren und Kontakte intensivieren. Für die Antifaschistische Koordination Erfurt [ake] warnt Ulli Klein davor, die Entwicklung zu unterschätzen. „Sollte die Kundgebung am 15.03.2015 stattfinden, erwartet Erfurt ein Mob aus Neonazis, Rassisten und rechten Hooligans. Unter dem Deckmantel „Gegen Salafisten“ betreiben sie nationalistische Hetze und rassistische Mobilmachung, die den Brandstiftern das Feuerzeug reicht, um Brandsätze zu zünden“. Die [ake] fordert die Stadt Erfurt auf, schon jetzt rechtliche Schritte zu prüfen, auch die zivilgesellschaftlichen antifaschistischen Kräfte sollen sich bereits heute auf die mögliche Provokation im März vorbereiten.

Getaggt mit , , , ,