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Rechtsrock-Konzert auf dem Erfurter Herrenberg

Nur fünf Monate nach ihrem letzten Konzert in Erfurt tritt die extrem rechte Band „Kategorie C“ erneut in der Neonazi-Kneipe „Kammwegklause“ im Erfurter Stadtteil Herrenberg auf. Nach Informationen der „antifaschistischen koordination erfurt“ [ake] liegt eine Anmeldung für ein entsprechendes Konzert mit 120 Besucher_innen für Samstag, d. 25.9., zwischen 18.00 und 1.00 Uhr vor.

„Kategorie C“ aus Bremen ist mittlerweile eine der bundesweit bekanntesten Rechtsrock-Bands und trat im vergangenen Jahr mindestens drei Mal im Ausland bei Konzerten des in Deutschland verbotenen militanten Nazinetzwerks „Blood & Honour“ auf. Der Sänger Hannes Ostendorf war 1991 an einem Brandanschlag auf ein Bremer Flüchtlingsheim beteiligt.

„Kategorie C“ war bereits zwei Mal zu Gast in der Kammwegklause, deren wegen Volksverhetzung verurteilte Betreiberin Gabriele Völker der Band einen sicheren Auftrittsort bietet. In einem Rechtsstreit vor dem ersten Konzert der Rechtsrock-Band im Dezember 2014 hatte das OLG Weimar die Veranstaltung mit personeller und zeitlicher Einschränkung genehmigt. Dabei dient Rechtsrock nicht nur der Rekrutierung von Jugendlichen für die extreme Rechte, er ist auch der Soundtrack zu Mord und Totschlag. So erklärten nach dem Brandanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft im niedersächsischen Salzhemmendorf die Verdächtigen, sie hätten sich vor der Tat mit Musik von „Kategorie C“ in Stimmung gebracht.

Wenn der Vermieter der Kammwegklause, Manfred Stein, sagt, er habe vor Ort „von Rechten überhaupt noch nie was gesehen“, sollte er gegen seine offensichtliche Blindheit auf dem rechten Auge dringend etwas unternehmen. Mit seiner Erklärung er sei froh, dass Gabriele Völker die Kammwegklause betreibe und er wolle „nicht den Ast abschneiden, auf dem ich drauf sitze“, macht sich Stein mit einer Neonazistin gemein, die mit ihrem Nazitreff dafür sorgt, dass auf dem Herrenberg eine temporäre No-Go-Area für nicht-rechte Personen entsteht.

Für die Stadt Erfurt dürfte sich spätestens mit dem aktuellen Konzert die leise Hoffnung zerschlagen, das Problem „Kammwegklause“ könne sich von selbst erledigen.

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Rechte Hooligan-Demo in Erfurt angekündigt

Erfurt droht im März zum Anlaufpunkt von rechten Hooligans und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet zu werden. Dies lässt die Ankündigung des neu gegründeten Vereins „Gemeinsam-Stark Deutschland“ befürchten, der am 15.03.2015 bundesweit zu einer Kundgebung in die Thüringer Landeshauptstadt mobilisiert. Der Verein mit Sitz in Nürnberg ist eine Abspaltung aus dem ehemaligen Führungsteam der „Hooligans gegen Salafisten“ und versteht sich selbst als Weiterentwicklung von HoGeSa und „PEGIDA“. Er wirbt u.a. mit dem Neonazi-Slogan „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ für seine extrem rechten Ziele und betreibt unverhohlen Rassismus sowie Hass gegen den Islam und Andersdenkende. Nach den bisherigen gewalttätigen HoGeSa-Aufmärschen wie in Köln und Hannover will der Verein mit der geplanten Kundgebung in Erfurt seine Umtriebe nun auch in den „Osten der Republik“ ausweiten. Hierbei kann er fest auf die Erfurter Neonazi-Szene zählen, die eng mit Hooligans verbunden ist und deren Vertreter mit anderen Thüringer Neonazis bereits bei den zurückliegenden HoGeSa-Aufmärschen aktiv waren. Hier dürften auch die Verbindungen geknüpft worden sein, die zum Auftritt der Rechtsrockband „Kategorie C“ im Dezember 2014 in Erfurt führten.

Die Formation um den Neonazi Hannes Ostendorf gilt als Aushängeschild der rechten Hooligan-Szene und trat beim HoGeSa-Aufmarsch im Oktober 2014 in Köln als Anheizer auf. Während ihre Konzerte anderswo verboten werden, konnte die extrem rechte Band in der Kammwegklause auf dem Herrenberg auftreten, das Terrain sondieren und Kontakte intensivieren. Für die Antifaschistische Koordination Erfurt [ake] warnt Ulli Klein davor, die Entwicklung zu unterschätzen. „Sollte die Kundgebung am 15.03.2015 stattfinden, erwartet Erfurt ein Mob aus Neonazis, Rassisten und rechten Hooligans. Unter dem Deckmantel „Gegen Salafisten“ betreiben sie nationalistische Hetze und rassistische Mobilmachung, die den Brandstiftern das Feuerzeug reicht, um Brandsätze zu zünden“. Die [ake] fordert die Stadt Erfurt auf, schon jetzt rechtliche Schritte zu prüfen, auch die zivilgesellschaftlichen antifaschistischen Kräfte sollen sich bereits heute auf die mögliche Provokation im März vorbereiten.

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