Archiv für den Monat Juli 2016

Neonazis planen „Familienfest auf dem Herrenberg

Mit einem „Familienfest für hilfebedürftige deutsche Familien“ am 30.07.2016 im Erfurter Südosten will die Neonazi-Szene die soziale Frage von rechts besetzen; ganz vorn dabei: die gewalttätigen Neonazis Enrico Biczysko und Michel Fischer.
Schon nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres belegt Erfurt den zweiten Platz in der Halbjahresstatistik zu rechter Gewalt der Opferberatung ezra. Schnell kann sich dies zum Spitzenplatz weiterentwickeln, den die Landeshauptstadt 2015 in der ezra Statistik registrierter Angriffe noch eingenommen hatte. Neben Gewalttaten setzen die Neonazis in Erfurt jetzt auch auf die soziale Frage und wollen sich als „Kümmerer“ geben.

Dazu gehört das für den 30. Juli 2016 angekündigte „Familienfest“ im Erfurter Südosten auf dem Herrenberg, das von dem gewalttätigen und vorbestraften Neonazi Michel Fischer angemeldet wurde. Er war im Juli 2014 verurteilt worden, weil er einen 13-jährigen Jungen körperlich misshandelt hatte. Allein schon die Unterzeile „Deutsche Familien zuerst“ macht den rassistischen Charakter der Veranstaltung deutlich, Unterstützung erhalten die extrem rechten Organisatoren von dem südthüringer Neonazi Tommy Frenck. Stellvertretender Versammlungsleiter ist der gewalttätige Hooligan und Neonazi Enrico Biczysko. Dieser ist im Juni 2016 von der NPD zum „Kreisverband Mittelthüringen“ der offen neonazistischen Partei „Die Rechte“ (DR) unter Fischers Vorsitz gewechselt. Auch die erste Vorstandssitzung des DR-Kreisverbandes fand auf dem Erfurter Herrenberg statt, genauer gesagt in den Räumlichkeiten der „Volksgemeinschaft“ https://erfurtnazifrei.wordpress.com/2016/01/21/neonazi-volksgemeinschaft-auf-dem-erfurter-herrenberg/.

Eine Woche zuvor waren dort bereits der DR-Kreisparteitag und eine Veranstaltung in Anwesenheit des DR-Bundesvorsitzender Christian Worch über die Bühne gegangen. Das geplante „Familienfest“ ist Teil der veränderten Aktionsformen der Neonazis, die sich nicht mehr nur auf Aufmärsche und Kundgebungen beschränken, sondern auch den vorpolitischen Raum besetzen wollen. So plant DR außerdem die Verteilung kostenlosen Schulmaterials nach dem Ferienende an Erfurter Schulen.

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