Antifaschismus ist notwendig und legitim! Solidarität mit den Angeklagten vom 17.8.2013

Mehr als 20 Monate nach dem skandalösen Polizeieinsatz gegen Teilnehmer_innen einer Kundgebung gegen den Wahlkampfauftakt der NPD muss sich ein 27-jähriger Antifaschist am Mittwoch, d. 3. Juni 2015, vor dem Amtsgericht Erfurt verantworten. Für die „antifaschistische koordination erfurt“ [ake] kommentiert die Sprecherin Ulli Klein die Anklage: „Der unsägliche Vorwurf, er habe im August 2013 einen Polizisten ‚misshandelt‘ und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte geleistet, soll die Opfer des damaligen Polizeieinsatzes zu Tätern machen. Eine Umkehr, die schlicht unerträglich ist, schließlich war die Polizei fast durchgängig rabiat und aggressiv gegenüber den ca. 300 Gegendemonstrant_innen an der Ecke Schmidtstedter Straße/Trommsdorffstraße vorgegangen“. Kurz nachdem die NPD-Funktionäre Patrick Wieschke und Tobias Kammler unter den Augen der Beamten versuchten, ein [ake]-Transparent mit dem „Schwur von Buchenwald“ zu zerstören, zerrissen schließlich die Polizisten das 10 Meter lange Transparent und schlugen und traten durch den Stoff auf Personen hinter dem Transparent ein. Dies hatte der jetzt Beschuldigte vor Ort zur Anzeige gebracht, was ihm im Gegenzug eine Anzeige der Polizei einbrachte. Weil er laut Anklage in dieser Situation einen Polizisten mit Tritten „misshandelt“ haben soll, wurde der heute 27-jähriger Einzelhandelskaufmann in Gewahrsam genommen und soll nun wegen Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte vor Gericht. „Diese juristische Drohkulisse soll Antifaschist_innen davon abhalten, ihren berechtigten Protest gegen Neonazis auf die Straßen zu tragen“, so Klein. Um dem aktuell Betroffenen den Rücken zu stärken, ruft die [ake] dazu auf, ihn am Mittwoch, d. 3. Juni, zum Prozess zu begleiten. Die öffentliche Verhandlung beginnt um 9.00 Uhr im Saal 18 des Amtsgerichtes Erfurt in der Rudolfstraße 46.

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: