Pressemitteilung: Neonazi-Kiez Michaelisstraße

Mit der neuen Kneipe „Heartbreaker“ öffnet in der Erfurter Altstadt am Samstag, d. 14.02.2015, eine neue Lokalität für Neonazis und den rechten Rand ihre Türen. Betreiberin der „kleinen Rock’n’Roll Bar“ in der Michaelisstraße ist Isabell Pohl, die bereits 1991 in die Neonaziszene eingestiegen war. Mit der „Aktive Frauen Fraktion” gründete die dreifache Mutter in den 1990ern eine der bundesweit aktivsten Frauenorganisationen in der extrem rechten Szene, die maßgeblich in der Organisation von Rechtsrock-Konzerten tätig war. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Baden-Württemberg zog Pohl 2004 zurück nach Erfurt, war bei der Kameradschaft „Freie Aktivisten Erfurt” führend aktiv und unterhielt enge Verbindungen zu anderen Neonazi-Kameradschaften in Thüringen. Weiterhin trat sie bei mehreren extrem rechten Aufmärschen und Kundgebungen als Rednerin auf. Noch im Oktober 2014 sympathisiert sie laut Facebook mit der Kampagne „Freiheit für Wolle“ und damit für den inhaftierten Neonazi Ralf Wohlleben, der momentan beim NSU-Prozess in München vor Gericht steht.

Auch ein Teil der Personen, die zur Eröffnung erwartet werden, kommt aus der extrem rechten Szene wie Maik H., Organisator eines Konzertes im Erfurter Neonazi-Treffpunkt „Kammwegklause“ oder Ariane S., gegen die wegen der Gewaltattacke auf die Kirmes-Gesellschaft in Ballstädt 2014 ermittelt wird. Für die Antifaschistische Koordination Erfurt [ake] bilanziert Ulli Klein: „Es grenzt an Hohn, wenn direkt neben der Kneipe, von der der brutale Neonazi-Überfall auf Gäste des Erfurter Kunsthauses im Juli 2012 ausging, eine Lokalität ihre Türen öffnet, die wegen der Verstrickung ihrer Betreiberin Neonazis und andere Besucher aus der extrem rechten Szene anlocken wird. Es ist zu befürchten, dass die Michaelisstraße zum Wohlfühlkiez für Neonazis wird“.

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