Rechte Hooligan-Demo in Erfurt angekündigt

Erfurt droht im März zum Anlaufpunkt von rechten Hooligans und Neonazis aus dem gesamten Bundesgebiet zu werden. Dies lässt die Ankündigung des neu gegründeten Vereins „Gemeinsam-Stark Deutschland“ befürchten, der am 15.03.2015 bundesweit zu einer Kundgebung in die Thüringer Landeshauptstadt mobilisiert. Der Verein mit Sitz in Nürnberg ist eine Abspaltung aus dem ehemaligen Führungsteam der „Hooligans gegen Salafisten“ und versteht sich selbst als Weiterentwicklung von HoGeSa und „PEGIDA“. Er wirbt u.a. mit dem Neonazi-Slogan „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ für seine extrem rechten Ziele und betreibt unverhohlen Rassismus sowie Hass gegen den Islam und Andersdenkende. Nach den bisherigen gewalttätigen HoGeSa-Aufmärschen wie in Köln und Hannover will der Verein mit der geplanten Kundgebung in Erfurt seine Umtriebe nun auch in den „Osten der Republik“ ausweiten. Hierbei kann er fest auf die Erfurter Neonazi-Szene zählen, die eng mit Hooligans verbunden ist und deren Vertreter mit anderen Thüringer Neonazis bereits bei den zurückliegenden HoGeSa-Aufmärschen aktiv waren. Hier dürften auch die Verbindungen geknüpft worden sein, die zum Auftritt der Rechtsrockband „Kategorie C“ im Dezember 2014 in Erfurt führten.

Die Formation um den Neonazi Hannes Ostendorf gilt als Aushängeschild der rechten Hooligan-Szene und trat beim HoGeSa-Aufmarsch im Oktober 2014 in Köln als Anheizer auf. Während ihre Konzerte anderswo verboten werden, konnte die extrem rechte Band in der Kammwegklause auf dem Herrenberg auftreten, das Terrain sondieren und Kontakte intensivieren. Für die Antifaschistische Koordination Erfurt [ake] warnt Ulli Klein davor, die Entwicklung zu unterschätzen. „Sollte die Kundgebung am 15.03.2015 stattfinden, erwartet Erfurt ein Mob aus Neonazis, Rassisten und rechten Hooligans. Unter dem Deckmantel „Gegen Salafisten“ betreiben sie nationalistische Hetze und rassistische Mobilmachung, die den Brandstiftern das Feuerzeug reicht, um Brandsätze zu zünden“. Die [ake] fordert die Stadt Erfurt auf, schon jetzt rechtliche Schritte zu prüfen, auch die zivilgesellschaftlichen antifaschistischen Kräfte sollen sich bereits heute auf die mögliche Provokation im März vorbereiten.

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