„Kammwegklause“ entwickelt sich zum bundesweiten Neonazi-Zentrum

In der Kammwegklause wird für den 1. November erneut ein „Liederabend“ der extrem rechten Szene angekündigt, mit dessen Erlösen kriminelle extrem Rechte bundesweit unterstützt werden sollen.

Seit Monaten entwickelt sich die „Kammwegklause“ auf dem Erfurter Herrenberg zu einem bundesweit bedeutenden Veranstaltungsort für die neonazistische Szene. Liederabende, NPD-Parteiveranstaltungen und Räume von einschlägigen extrem rechten Kleidungsmarken haben im Erfurter Süden ihren Dreh- und Angelpunkt gefunden. Für den 1. November wird nun ein weiterer Liederabend mit bundesweit agierenden Neonazi-Bands in der „Kammwegklause“ angekündigt. Ziel des angekündigten „Solidaritätskonzerts“ ist die Sammlung von Geld für straffällige Neonazis.

Schon in der Vergangenheit waren während den Konzerten immer wieder Transparente in der „Kammwegklause“ zu sehen, welche für die neonazistische „Gefangenhilfe“ warben. Die Organisation ist eine bundesweit aktive Unterstützergruppe für kriminelle Neonazis und deren Familien. Sie verfügt über starke Verbindungen nach Nordeuropa und ist mit dem in Deutschland verbotenen „Blood&Honour“-Netzwerk verbunden.

Dass die „Kammwegklause“ nun auch für derartige bundesweite Unterstützungsveranstaltungen genutzt wird, zeigt nicht nur die Einbindung der Erfurter Neonazis in internationale Netzwerke, sondern auch die gewachsene Bedeutung des Veranstaltungsortes. Die Entwicklung Erfurts zu einem Stützpunkt der militanten und kriminellen europäischen Neonazi-Szene entwickeln muss entschlossen entgegengetreten werden, um eine weitere Etablierung der menschenverachtenden Netzwerke zu verhindern.

Ulli Klein, Sprecherin der ake kritisiert: „Wir fordern die Stadt auf, gegen die ständigen rechten Veranstaltungen und Nazi-Konzerte aktiv zu werden. Mir ist unverständlich, warum die Stadtverwaltung regelmäßig und offenbar problemlos für Konzerte der militanten Nazi-Szene mitten in einem Erfurter Wohngebiet eine Sperrzeitverkürzung bis teils 5 Uhr früh genehmigt. Wenigstens hier könnte die Stadt problemlos auf dem Verwaltungsweg einschreiten und die Wohlfühl-Zone für Nazis einschränken.“

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