Nazi-Kleidungsmarke „Ansgar Aryan“ eröffnet Geschäft in Erfurt

Am kommenden Montag, den 1. September 2014, soll in Erfurt ein weiterer Laden für Nazi-Bekleidung eröffnen. Die Marke „Ansgar Aryan“ kündigt in den Räumen der Neonazikneipe Kammwegklause, Tungerstraße 1, ein eigenes Ladengeschäft an. Die „antifaschistische koordination erfurt“ [ake] fordert den Vermieter Manfred Stein erneut auf, den Mietvertrag umgehend zu kündigen. Auch die Stadt ist aufgefordert alle rechtlichen Schritte zu prüfen.

Die Sprecherin der „antifaschisitischen Koordination erfurt“ [ake], Ulli Klein, erklärt dazu: „Wer sich die Motive der Marke anschaut, erkennt schnell, dass es sich hierbei um extrem rechte Hass-Kleidung von und für Neonazis handelt. Mit der Eröffnung steht ein weiterer Schritt zur Verfestigung der Neonaziszene in Erfurt bevor.

Die Marke „Ansgar Aryan“ wurde 2008 im thüringischen Oberhof gegründet. Ihr Gründer Daniel Kilian ist mehrfach wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, dem Verwenden von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und dem Verstoß gegen das Waffengesetz vorbestraft. 2012 kam es zu einer Hausdurchsuchung seiner Wohn- und Geschäftsräume. Dabei wurden u.a. 178 Jacken mit verfassungsfeindlichen Symbolen und diverse Datenträger beschlagnahmt.

Inzwischen gehört „Ansgar Aryan“ dem bayrischen Neonazi-Aktivisten Patrick Schröder und ist in der Oberpfälzer Gemeinde Mantel beheimatet. Schröder gehört zu den umtriebigsten Nazi-Akteuren in Deutschland. Neben seinem braunen Versandhandel tritt er auch als Veranstalter und Redner bei Nazifestivals auf. Inzwischen versucht er sich als „hipper“ Verführer für junge Menschen. Über seine Modemarke aber auch Videochannels versucht er, insbesondere jungen Menschen eine neonazistische Erlebniswelt zu eröffnen und somit den ersten Schritt in die Neonaziszene zu erleichtern.

Ulli Klein erläutert: „Gerade erst kauften Neonazis in Eisenach ein Haus. Der Verfassungsschutz wußte davon – und tat nichts. In Erfurt wird die Kammwegklause mit dem ersten Ansgar Aryan Geschäft weiter zum Neonazizentrum ausgebaut. Auch hier hat das angebliche Vorwarnsystem Geheimdienst versagt. Eine Warnung vor der Neueröffnung des Ladens an die Stadt erfolgte offenbar nicht. Entweder nichts gewußt, oder nichts getan. Unter den untätigen Augen der thüringischen Sicherheitsbehörden festigt sich die Neonaziszene. Aber auch die Landeshauptstadt hat seine Hausaufgaben nicht gemacht. Wortreiche Erklärungen durch den Oberbürgermeister und seinen Ordnungsdezernenten reichen nicht aus. Die Stadt muss endlich selbst und aktiv gegen rechte Treffpunkte und Läden vorgehen und die Verantwortung nicht an die Zivilgesellschaft weg zu delegieren.“

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