Die „Kammwegklause“ wird zum Neonazizentrum: Udo Voigt soll sein Buch vorstellen und die NPD will ein Bürgerbüro eröffnen!

Im NPD-Parteiorgan „Deutsche Stimme“ hat Patrick Wieschke unlängst für Thüringen einen „gigantischen Wahlkampf“ angekündigt und der neu aufgestellte Kreisverband Erfurt/Sömmerda soll da wohl gleich voll einsteigen. Mit Blick auf die Landeshauptstadt könnte hierfür die „Kammwegklause“ auf dem Herrenberg ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt werden.

Nachdem bereits der Neujahrsempfang der Thüringer NPD in dem Szenelokal stattgefunden hat, kündigt nun die NPD Nordhausen via Facebook Udo Voigt an. Der ehemalige Parteivorsitzende, der vor allem im radikalen Parteiflügel beliebt ist, wird am 25. Januar 2014 sein Buch mit dem pathetischen Titel „Der Deutschen Zwietracht direkt ins Herz“ vorstellen, heißt es dort.

Nachdem in der „Kammwegklause“ bisher vor allem RechtsRock-Veranstaltungen stattfanden, wird das Lokal zunehmend für Parteiveranstaltungen genutzt. Verbunden mit der Buchvorstellung ist jedoch auch die Eröffnung eines NPD-„Bürgerbüros“ in Erfurt angekündigt. Wenn auch nicht explizit benannt, liegt die Vermutung nahe, dass selbiges ebenfalls in der „Kammwegklause“ eingerichtet werden soll. Damit hat sich das Lokal, am Rande von Erfurt, schnell zu einem kleinen Zentrum der extremen Rechten gemausert. Es vereint einen Treffpunkt für die lokale Neonaziszene und bisher sicheren Veranstaltungsort mit dem vermeintlichen Sitz des kleinen, extrem rechten Klamottenlabels „Patriot“ nun mit einem NPD-Zentrum.

Als wichtige Person hinter dem Treiben in der „Kammwegklause“ ist vor allem der ehemalige Hooligan Enrico Biczysko auszumachen. Er bewarb RechtsRock-Abende, steht hinter dem Klamottenlabel und trat jüngst vom Kleinstverein „Pro Erfurt“ zur NPD über. Nun mimt er mit seinem auf seriös getrimmten Facebook-Account den NPD-Biedermann. Biczysko gehört zu den umtriebigsten Neonazis in Erfurt. Im Verein „Pro Erfurt“, der von dem selbstenttarnten V-Mann Kai-Uwe Trinkaus initiiert wurde, übernahm er schnell die Führungsrolle und versuchte eine funktionierende Parteiarbeit zu simulieren. Während zwar manche Aktionen an der dilettantischen Umsetzung scheiterten,, fehlten ihm hierfür allerdings vor allem die infrastrukturellen Mittel. Mit der NPD im Rücken und dem Neonazizentrum „Kammwegklause“ soll sich dies wohl nun ändern.

Mit der „Kammwegklause“ und dem Aktionisten Biczysko will die NPD in der Landeshauptstadt neu Fuß fassen. Die Veranstaltung mit Voigt, die bereits in Städten wie Berlin, Oberhausen und Augsburg zahlreiche Neonazis anzog, sowie das angekündigte Bürgerbüro sind deutliche Warnsignale.

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