Enrico Biczysko – die Umtriebe eines rechten Hooligans

DSC_Enrico Biczysko

Dass ein rechter Hooligan seine politischen Umtriebe mit dem Gründen eines Sportvereines kürt, um Fußballturniere zu bestreiten und Kickboxen mit seinen politischen Kameraden zu trainieren, ist nichts Ungewöhnliches. Dieser Sportverein, der „GSV – Mach dich fit e.V.“, ist ein ehemaliges Mitglied im „Stadtsportbund Erfurt“ und noch Mitglied im „Landessportbund Thüringen“. Somit kann der GSV die Angebote des „Landessportbund Thüringen“ immer noch genießen: Unter anderem das Weiterbilden seiner Mitglieder in Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit oder Einwerben von Spenden- und Fördermitteln. Wissen in Themenbereiche, die Byczisko bei seiner 2. Vereinsarbeit mit „Pro Erfurt e.V.“ vielleicht gebrauchen könnten.

Seit dem 16.03.2013 ist bekannt, dass Mitglieder des rechten Vereins „Pro Erfurt e.V.“ einen Sportverein gegründet haben, um an Fußballturnieren in der Umgebung teilzunehmen und sich mit Fördergeldern einen Sportraum zum Kickboxtraining auszustatten. Der Verein ist aktuell noch Mitglied im „Landessportbund Thüringen“. Dass es nicht nur eine böse Unterstellung ist, den „GSV-Mach dich fit e.V.“ als politisch motivierte Unterwanderung des Sportes zu sehen, zeigt die genauere Beleuchtung von Enrico Biczysko, der zur Vereinsgründung eingeladen hatte.

Biczysko hat seinen politischen Ursprung in der rechten Hooliganszene Erfurts. Er trat oft mit Mitgliedern der Kategorie Erfurt (KEF) in der typischen Szenekleidung in der Öffentlichkeit auf. In den Jahren 2006 – 2008 trat er vor allem durch Gewalttaten und Einschüchterungsversuche Andersdenkender in Erscheinung. So überfiel er zusammen mit anderen rechten Hooligans im Juli 2008 die alternative Schlauchboot-Tour hinter der Krämerbrücke und verletzte einige Menschen teils so schwer, dass sie sich in einem Krankenhaus behandeln lassen mussten. Die Polizei Erfurt ermittelte gegen ihn wegen Körperverletzung. Ob er sich dafür juristisch verantworten musste, bleibt bisher ungeklärt.

Laut einem Artikel der Thüringer Landeszeitung aus dem Jahr 2008 wird Enrico Biczysko in der „Gewalttäter Sport“-Datei, welche die Polizei über gewaltbereite Hooligans (sogenannte Fans der Kategorie C) anlegt, geführt. Die Kategorie Erfurt, mit dabei Biczysko, organisierte am 22.04.2011 den „Gewalttäter Sport Cup 2011“ auf einem Spielplatz in Erfurt Südost. Der zufällig vorbeikommende Vorsitzende der Fraktion „DIE LINKE“ im Th. Landtag, Bodo Ramelow, wird von Teilnehmern als „Rote Ramelow-Zecke“ beschimpft.

Auf seinem Facebook-Profil zeigte sich Biczysko 2012 stolz mit einem T-Shirt mit der Aufschrift: „Hoonara – Erfurt“. Dies steht für „Hooligans–Nationalisten – Rassisten“ oder „Hooligans – Nazis – Rassisten“ und ist ein Schlachtruf in der rechten Fußball- und vor allem Kampfsportszene. Dass es in Erfurt eine Hoonara-Gruppe gibt, ist anzunehmen (siehe:http://www.taz.de/!111887/).

In den 2006 – 2008 Jahren zeigte sich Biczysko bei Aktionen der NPD Thüringen, welche fast wöchentlich mit Flyerverteilaktionen, Infoständen und Demonstrationen aktiv war. Er pflegte gute Kontakte zu NPD-Kadern wie dem damaligen JN-Vorsitzenden Dominik Weinlich (auch er war an dem Überfall hinter der Krämerbrücke beteiligt) und dem damaligen Kreisvorsitzenden der NPD Erfurt, Kai Uwe Trinkaus. Für Letzteren organisierte er auf Veranstaltungen den Personenschutz.

Im Jahr 2007 kam es am Rande einer Linken Demonstration in der Neuwerkstraße zu einer Begegnung mit den rechten Hooligans der damaligen Kategorie Erfurt – KEF. Mit dabei: Enrico Biczysko und Dominik Weinlich.

Im Jahr 2012 trat er mit den Mitgliedern des rechten Vereins „Pro Erfurt e.V.“ in Erscheinung. Dieser Verein wurde durch Kai Uwe Trinkaus, nach dessen Ausschluss aus der NPD Thüringen und dem vergeblichen Versuch eine DVU Thüringen zu etablieren, ins Leben gerufen. Kai Uwe Trinkaus outete sich im Dezember 2012 selbst als V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes. Laut Eigenbekundung, weil er eh im Rahmen der Aufklärungsarbeit des UA des Thüringer Landtages zu den Morden des NSU, aufgeflogen wäre.

Enrico Biczysko war im Januar 2012 Mitglied im „Pro Erfurt e.V.“, im Herbst wurde er stellvertretender Vorsitzender. Dass Bizcysko seine neonazistische Arbeit nicht allein auf das Schreiben von irrsinnigen Wahlprogrammen reduziert, verwundert nicht. So zeigte er sich 2012 mit dem Neonazi und Anmelder des Aufmarsches am 1. Mai in Erfurt, Michael Fischer (Freie Kräfte und Aktionsgruppe Weimarer Land), in der Öffentlichkeit. Er nahm zusammen mit Fischer an Demonstrationen in Dresden, Weimar, Bad Nenndorf und Magdeburg teil. Des Weiteren übernahm er organisatorische Tätigkeiten bei rechten Kundgebungen in Erfurt. Die Nähe zwischen „Pro Erfurt e.V.“ in der Person Biczysko und der Aktionsgruppe Weimarer Land lässt sich bei den jüngsten Aufmärschen in Erfurt und Umgebung belegen.

So sind Michael Fischer und Michael Hartmann, AG Weißenfels, die Anmelder für den Neonaziaufmarsch am 1. Mai in Erfurt in diesem Jahr. Vor diesem Hintergrund ist es umso unglaubwürdiger, dass die Vorsitzende von „GSV – Mach dich fit e.V.“, Carina Leifert, gegenüber der Thüringer Landeszeitung vom 20.03.2013 äußert, sie habe über die rechten Einstellungen einiger Vereinsmitglieder nichts gewusst und es gäbe keine rechten Umtriebe innerhalb des Sportbundes. Sie kündigte sogar am 18.03.2013 an bei der Polizei Anzeige wegen Verleumdung stellen zu wollen. Das Infoportal „Publikative.org“ hatte zuvor auf den extrem rechten Verein aufmerksam gemacht (siehe: http://www.publikative.org/2013/03/16/kickboxen-und-fusball-extrem-rechter-sportverein-in-erfurt-unbemerkt-aktiv/).

In der Gesamtbetrachtung ist und bleibt Enrico Biczysko ein extremgewaltbereiter Neonazi, der nicht als unpolitischer Bürger abgetan werden kann. Vielmehr zeigt sich hier wieder einmal, wie wichtig es ist, sich den Nazis konsequent in den Weg zu stellen und ihre Umtriebe aufzudecken.

Darum: Am 1. Mai 2013 in Erfurt: Den Nazis „Keinen Meter“

www.keinenmeter.blogsport.eu

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