„Pro Erfurt e.V.“ und „Freie Kräfte“ Hand in Hand in Erfurt!

Am 23.03.2013 trat der rechte Verein „Pro Erfurt e.V.“ mit einer Mahnwache „Gegen das Vergessen“ auf dem Erfurter Anger an. Anmelder war Steve Weinhold von der Aktionsgruppe Erfurt. Der stellv. Vorsitzende von „Pro Erfurt e.V.“ Enrico Biczysko fungierte als Stellvertreter. Die geschichtsrevissionistische „Mahnwache“ vor dem Lutherdenkmal sollte an die Toten der Bombenangriffe auf Erfurt im 2. Weltkrieg erinnern.

Die Faschisten aus dem Spektrum der Freien Kräfte hielten ihre einstündige Mahnwache mit wenig Beachtung der Erfurter Bürgerinnen und Bürger ab. Obwohl sie diese doch erreichen wollten, mag der Anblick von schwarz gekleideten, vermummten Menschen, die im Halbkreis mit schwarzen Fahnen unverständliche Reden abhielten, wohl eher abschreckend gewirkt haben.

Offenbar ging es den Nazis jedoch ohnehin nicht um die Etablierung eines Nazigedenkens an Bombenopfer in Erfurt. Vielmehr scheint es sich um einen Versuch gehandelt zu haben, kurz vor ihre geplanten 1. Mai-Aufmarsch in Erfurt, Präsenz und Stärke zu suggerieren. So schrieb bislang nur die extrem rechte „AG Weißenfels“ einen Text zu dieser Kundgebung.

Die Zusammenarbeit von „Pro Erfurt e.V.“ mit den Gruppen der AG Weimarer Land, AG Weißenfels und FK Burgenlandkreis ließ sich bereits bei den jüngsten Aufmärschen in Weimar, Erfurt, Magdeburg und Dresden beobachten und hat mit dem 01. Mai 2013 schon seinen nächsten Termin gefunden. „Pro Erfurt e.V.“, die selbsternannte „mutige Alternative für Erfurt“, sorgte erst kürzlich für einen Skandal. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Mitglieder des Vereins eine rechte Sportgemeinschaft gegründet haben, um unter dem Deckmantel des sozialen Engagements ihre Kameraden im Kickboxen zu trainieren.

Nichtsdestotrotz sind die Gruppen um die Anmelder für den Neonaziaufmarsch am 01. Mai 2013, Michael Fischer (AG Weimarer Land) und Michael Hartmann (AG Weißenfels), fest in der extrem rechten Szene verankert. Einige Mitglieder dieser Gruppen, sowie der bereits erwähnte rechte Hooligan Enrico Biczysko, haben in den letzten Jahren oft ihre Gewaltbereitschaft mit Überfällen auf Andersdenkende und Menschen mit vermutetem Migrationshintergrund unter Beweis gestellt.

Umso erschreckender war wieder einmal das Verhalten des Ordnungsamtes und der Polizei Erfurt. Die „Mahnwache“ am Lutherdenkmal wurde lediglich von zwei Polizeibeamten sowie der Ordnungsbehörde begleitet. Zudem schien sich die Verantwortliche des Ordnungsamtes in einer entspannten Atmospäre mit dem Neonazi Michale Fischer zu unterhalten. Nach den sich häufenden faschistischen Vorfällen in Erfurt und in Anbetracht des Aufmarsches gewaltbereiter Neonazis am 01. Mai 2013 ist dies sicherlich nicht die beste Strategie, den braunen Umtrieben ein Ende zu setzen. Auch wenn sich Engagement gegen Rechts nicht auf Ordnungsbehörden verlassen kann und sollte, ist es ein Skandal, wie mit dem Auftreten von Nazis in Erfurt seit Jahren verfahren wird. Angenehmes plaudern und das fehlende Ausreizen von Auflagen sind keine Signale, die eine „Stadt der Vielfalt und Toleranz“ an die rechte Szene richten sollte. Selbstbekundete „Abschreckung“ sieht anders aus.

Um die Nazis am 01. Mai 2013 in Erfurt nicht einen Meter laufen zu lassen, hat sich ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Vereinen gegründet. Die Planungen und Mobilisierungen für die Gegenaktionen laufen auf Hochtouren. Es wird uns zusammen mit vielen Antifaschist*innen gelingen, den Aufmarsch der Neonazis zu verhindern.

Informiert euch unter http://keinenmeter.blogsport.eu/ über den aktuellen Stand. Hier findet ihr auch den „Keinen Meter“- Banner für eure Websites. Flyer, Plakate und Aufkleber könnt ihr im Jugendbüro filler, sowie im Jugendbüro Redroxx abholen und verteilen!

Wir sehen uns am 01. Mai 2013 – Den Nazis keinen Meter!

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