Archiv für den Monat April 2013

Extreme Rechte von Pro Erfurt instrumentalisieren Gedenkstätte Andreasstraße

Wie auf der Seite des extrem rechten Vereins „Pro Erfurt e.V.“ zu lesen ist, besuchten dessen Mitglieder am Sonntag, den 21.4.2013, die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße.

Nach eigenem Bekunden nahmen sie an einer Führung teil und legten einen Kranz mit der Aufschrift „Pro Erfurt – Die Würde ist unantastbar“ ab.

Wieder einmal geben sich die Mitglieder von Pro Erfurt als Saubermänner, diesmal unter dem Deckmantel von Geschichtsaufarbeitung. Pro Erfurt will damit wohl von der schlechten Presse ablenken, die der Verein in den letzen Wochen und Monaten hatte. Erst vor kurzem kam an die Öffentlichkeit, dass führende Mitglieder von Pro Erfurt einen Verein für Kampfsporttraining gegründet hatten. Der „GSV- Mach dich fit“ ist mittlerweile aus dem Stadtsportbund Erfurt ausgeschlossen worden. Mitglieder von Pro Erfurt nehmen immer wieder an neonazistischen Kundgebungen und Veranstaltungen teil. Das Vorstandsmitglied Enrico Biczysko meldete in der vergangenen Zeit beispielsweise mehrere Kundgebungen an um für die Nazidemonstration am 1. Mai in Erfurt zu werben.

„Gerade im Vorfeld des 1. Mai versuchen Neonazis durch solche Aktionen für ihre menschenverachtende Ideologie zu werben.“ sagte Ulli Klein von der ake.
„Bewusst geben sich die Rechten als normale Besucher und Saubermänner und verwenden im Nachhinein die Besuche für ihre rechte Propaganda.“

Wir fordern die Erfurter Museen, Gedenkstätten und andere Einrichtungen auf gegenüber extrem rechten Vereinigungen wie Pro Erfurt wachsam zu sein und diese des Hauses zu verweisen. Es ist eine beliebte Strategie von Neonazis öffentlichkeitswirksam Orte zu besuchen um sich den Anstrich der Seriosität zu geben und ihre wahren Absichten zu verharmlosen.

Es ist wichtig den Nazis auch im Alltag entgegenzutreten und ihnen keinen Meter zu überlassen. Am 1. Mai und an jedem Tag. In Erfurt und überall.

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Flyer: Worum geht es Nazis am 01. Mai?

PDF (2 Seiten) nach dem Klick auf die Vorschau:
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Enrico Biczysko – die Umtriebe eines rechten Hooligans

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Dass ein rechter Hooligan seine politischen Umtriebe mit dem Gründen eines Sportvereines kürt, um Fußballturniere zu bestreiten und Kickboxen mit seinen politischen Kameraden zu trainieren, ist nichts Ungewöhnliches. Dieser Sportverein, der „GSV – Mach dich fit e.V.“, ist ein ehemaliges Mitglied im „Stadtsportbund Erfurt“ und noch Mitglied im „Landessportbund Thüringen“. Somit kann der GSV die Angebote des „Landessportbund Thüringen“ immer noch genießen: Unter anderem das Weiterbilden seiner Mitglieder in Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit oder Einwerben von Spenden- und Fördermitteln. Wissen in Themenbereiche, die Byczisko bei seiner 2. Vereinsarbeit mit „Pro Erfurt e.V.“ vielleicht gebrauchen könnten.

Seit dem 16.03.2013 ist bekannt, dass Mitglieder des rechten Vereins „Pro Erfurt e.V.“ einen Sportverein gegründet haben, um an Fußballturnieren in der Umgebung teilzunehmen und sich mit Fördergeldern einen Sportraum zum Kickboxtraining auszustatten. Der Verein ist aktuell noch Mitglied im „Landessportbund Thüringen“. Dass es nicht nur eine böse Unterstellung ist, den „GSV-Mach dich fit e.V.“ als politisch motivierte Unterwanderung des Sportes zu sehen, zeigt die genauere Beleuchtung von Enrico Biczysko, der zur Vereinsgründung eingeladen hatte.

Biczysko hat seinen politischen Ursprung in der rechten Hooliganszene Erfurts. Er trat oft mit Mitgliedern der Kategorie Erfurt (KEF) in der typischen Szenekleidung in der Öffentlichkeit auf. In den Jahren 2006 – 2008 trat er vor allem durch Gewalttaten und Einschüchterungsversuche Andersdenkender in Erscheinung. So überfiel er zusammen mit anderen rechten Hooligans im Juli 2008 die alternative Schlauchboot-Tour hinter der Krämerbrücke und verletzte einige Menschen teils so schwer, dass sie sich in einem Krankenhaus behandeln lassen mussten. Die Polizei Erfurt ermittelte gegen ihn wegen Körperverletzung. Ob er sich dafür juristisch verantworten musste, bleibt bisher ungeklärt.

Laut einem Artikel der Thüringer Landeszeitung aus dem Jahr 2008 wird Enrico Biczysko in der „Gewalttäter Sport“-Datei, welche die Polizei über gewaltbereite Hooligans (sogenannte Fans der Kategorie C) anlegt, geführt. Die Kategorie Erfurt, mit dabei Biczysko, organisierte am 22.04.2011 den „Gewalttäter Sport Cup 2011“ auf einem Spielplatz in Erfurt Südost. Der zufällig vorbeikommende Vorsitzende der Fraktion „DIE LINKE“ im Th. Landtag, Bodo Ramelow, wird von Teilnehmern als „Rote Ramelow-Zecke“ beschimpft.

Auf seinem Facebook-Profil zeigte sich Biczysko 2012 stolz mit einem T-Shirt mit der Aufschrift: „Hoonara – Erfurt“. Dies steht für „Hooligans–Nationalisten – Rassisten“ oder „Hooligans – Nazis – Rassisten“ und ist ein Schlachtruf in der rechten Fußball- und vor allem Kampfsportszene. Dass es in Erfurt eine Hoonara-Gruppe gibt, ist anzunehmen (siehe:http://www.taz.de/!111887/).

In den 2006 – 2008 Jahren zeigte sich Biczysko bei Aktionen der NPD Thüringen, welche fast wöchentlich mit Flyerverteilaktionen, Infoständen und Demonstrationen aktiv war. Er pflegte gute Kontakte zu NPD-Kadern wie dem damaligen JN-Vorsitzenden Dominik Weinlich (auch er war an dem Überfall hinter der Krämerbrücke beteiligt) und dem damaligen Kreisvorsitzenden der NPD Erfurt, Kai Uwe Trinkaus. Für Letzteren organisierte er auf Veranstaltungen den Personenschutz.

Im Jahr 2007 kam es am Rande einer Linken Demonstration in der Neuwerkstraße zu einer Begegnung mit den rechten Hooligans der damaligen Kategorie Erfurt – KEF. Mit dabei: Enrico Biczysko und Dominik Weinlich.

Im Jahr 2012 trat er mit den Mitgliedern des rechten Vereins „Pro Erfurt e.V.“ in Erscheinung. Dieser Verein wurde durch Kai Uwe Trinkaus, nach dessen Ausschluss aus der NPD Thüringen und dem vergeblichen Versuch eine DVU Thüringen zu etablieren, ins Leben gerufen. Kai Uwe Trinkaus outete sich im Dezember 2012 selbst als V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes. Laut Eigenbekundung, weil er eh im Rahmen der Aufklärungsarbeit des UA des Thüringer Landtages zu den Morden des NSU, aufgeflogen wäre.

Enrico Biczysko war im Januar 2012 Mitglied im „Pro Erfurt e.V.“, im Herbst wurde er stellvertretender Vorsitzender. Dass Bizcysko seine neonazistische Arbeit nicht allein auf das Schreiben von irrsinnigen Wahlprogrammen reduziert, verwundert nicht. So zeigte er sich 2012 mit dem Neonazi und Anmelder des Aufmarsches am 1. Mai in Erfurt, Michael Fischer (Freie Kräfte und Aktionsgruppe Weimarer Land), in der Öffentlichkeit. Er nahm zusammen mit Fischer an Demonstrationen in Dresden, Weimar, Bad Nenndorf und Magdeburg teil. Des Weiteren übernahm er organisatorische Tätigkeiten bei rechten Kundgebungen in Erfurt. Die Nähe zwischen „Pro Erfurt e.V.“ in der Person Biczysko und der Aktionsgruppe Weimarer Land lässt sich bei den jüngsten Aufmärschen in Erfurt und Umgebung belegen.

So sind Michael Fischer und Michael Hartmann, AG Weißenfels, die Anmelder für den Neonaziaufmarsch am 1. Mai in Erfurt in diesem Jahr. Vor diesem Hintergrund ist es umso unglaubwürdiger, dass die Vorsitzende von „GSV – Mach dich fit e.V.“, Carina Leifert, gegenüber der Thüringer Landeszeitung vom 20.03.2013 äußert, sie habe über die rechten Einstellungen einiger Vereinsmitglieder nichts gewusst und es gäbe keine rechten Umtriebe innerhalb des Sportbundes. Sie kündigte sogar am 18.03.2013 an bei der Polizei Anzeige wegen Verleumdung stellen zu wollen. Das Infoportal „Publikative.org“ hatte zuvor auf den extrem rechten Verein aufmerksam gemacht (siehe: http://www.publikative.org/2013/03/16/kickboxen-und-fusball-extrem-rechter-sportverein-in-erfurt-unbemerkt-aktiv/).

In der Gesamtbetrachtung ist und bleibt Enrico Biczysko ein extremgewaltbereiter Neonazi, der nicht als unpolitischer Bürger abgetan werden kann. Vielmehr zeigt sich hier wieder einmal, wie wichtig es ist, sich den Nazis konsequent in den Weg zu stellen und ihre Umtriebe aufzudecken.

Darum: Am 1. Mai 2013 in Erfurt: Den Nazis „Keinen Meter“

www.keinenmeter.blogsport.eu

„Pro Erfurt e.V.“ und „Freie Kräfte“ Hand in Hand in Erfurt!

Am 23.03.2013 trat der rechte Verein „Pro Erfurt e.V.“ mit einer Mahnwache „Gegen das Vergessen“ auf dem Erfurter Anger an. Anmelder war Steve Weinhold von der Aktionsgruppe Erfurt. Der stellv. Vorsitzende von „Pro Erfurt e.V.“ Enrico Biczysko fungierte als Stellvertreter. Die geschichtsrevissionistische „Mahnwache“ vor dem Lutherdenkmal sollte an die Toten der Bombenangriffe auf Erfurt im 2. Weltkrieg erinnern.

Die Faschisten aus dem Spektrum der Freien Kräfte hielten ihre einstündige Mahnwache mit wenig Beachtung der Erfurter Bürgerinnen und Bürger ab. Obwohl sie diese doch erreichen wollten, mag der Anblick von schwarz gekleideten, vermummten Menschen, die im Halbkreis mit schwarzen Fahnen unverständliche Reden abhielten, wohl eher abschreckend gewirkt haben.

Offenbar ging es den Nazis jedoch ohnehin nicht um die Etablierung eines Nazigedenkens an Bombenopfer in Erfurt. Vielmehr scheint es sich um einen Versuch gehandelt zu haben, kurz vor ihre geplanten 1. Mai-Aufmarsch in Erfurt, Präsenz und Stärke zu suggerieren. So schrieb bislang nur die extrem rechte „AG Weißenfels“ einen Text zu dieser Kundgebung.

Die Zusammenarbeit von „Pro Erfurt e.V.“ mit den Gruppen der AG Weimarer Land, AG Weißenfels und FK Burgenlandkreis ließ sich bereits bei den jüngsten Aufmärschen in Weimar, Erfurt, Magdeburg und Dresden beobachten und hat mit dem 01. Mai 2013 schon seinen nächsten Termin gefunden. „Pro Erfurt e.V.“, die selbsternannte „mutige Alternative für Erfurt“, sorgte erst kürzlich für einen Skandal. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Mitglieder des Vereins eine rechte Sportgemeinschaft gegründet haben, um unter dem Deckmantel des sozialen Engagements ihre Kameraden im Kickboxen zu trainieren.

Nichtsdestotrotz sind die Gruppen um die Anmelder für den Neonaziaufmarsch am 01. Mai 2013, Michael Fischer (AG Weimarer Land) und Michael Hartmann (AG Weißenfels), fest in der extrem rechten Szene verankert. Einige Mitglieder dieser Gruppen, sowie der bereits erwähnte rechte Hooligan Enrico Biczysko, haben in den letzten Jahren oft ihre Gewaltbereitschaft mit Überfällen auf Andersdenkende und Menschen mit vermutetem Migrationshintergrund unter Beweis gestellt.

Umso erschreckender war wieder einmal das Verhalten des Ordnungsamtes und der Polizei Erfurt. Die „Mahnwache“ am Lutherdenkmal wurde lediglich von zwei Polizeibeamten sowie der Ordnungsbehörde begleitet. Zudem schien sich die Verantwortliche des Ordnungsamtes in einer entspannten Atmospäre mit dem Neonazi Michale Fischer zu unterhalten. Nach den sich häufenden faschistischen Vorfällen in Erfurt und in Anbetracht des Aufmarsches gewaltbereiter Neonazis am 01. Mai 2013 ist dies sicherlich nicht die beste Strategie, den braunen Umtrieben ein Ende zu setzen. Auch wenn sich Engagement gegen Rechts nicht auf Ordnungsbehörden verlassen kann und sollte, ist es ein Skandal, wie mit dem Auftreten von Nazis in Erfurt seit Jahren verfahren wird. Angenehmes plaudern und das fehlende Ausreizen von Auflagen sind keine Signale, die eine „Stadt der Vielfalt und Toleranz“ an die rechte Szene richten sollte. Selbstbekundete „Abschreckung“ sieht anders aus.

Um die Nazis am 01. Mai 2013 in Erfurt nicht einen Meter laufen zu lassen, hat sich ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Vereinen gegründet. Die Planungen und Mobilisierungen für die Gegenaktionen laufen auf Hochtouren. Es wird uns zusammen mit vielen Antifaschist*innen gelingen, den Aufmarsch der Neonazis zu verhindern.

Informiert euch unter http://keinenmeter.blogsport.eu/ über den aktuellen Stand. Hier findet ihr auch den „Keinen Meter“- Banner für eure Websites. Flyer, Plakate und Aufkleber könnt ihr im Jugendbüro filler, sowie im Jugendbüro Redroxx abholen und verteilen!

Wir sehen uns am 01. Mai 2013 – Den Nazis keinen Meter!