21.6.2012: Finstere Elite Ziele und Rituale korporationsstudentischer Erziehung

Vortrag mit Dr. Stephan Peters und anschließender Diskussion

Fast ausnahmslos sind Korporationen autoritär, konservativ, frauenfeindlich und oft geschichtsrevisionistisch eingestellt.

Auf den Burschentagen 2011 in Eisenach diskutierten die anwesenden Verbindungen darüber – zur Aufnahme von Mitgliedern – einen ,Arierparagraphen’ einzuführen. In Politik und Wirtschaft arbeiten Teile weiterhin auf die ‚nationalistisch-völkische’ Zwangsgemeinschaft hin.

Männerphantasien und zotige Witze sind nicht nur in Verbindungen verbreitet, allerdings kommt hier ein häufig gestörtes Frauenbild hinzu, in dem Frauen Vorzeigeschild und sozialer Störfaktor zugleich sind. In ihrem Verhältnis zur Homosexualität treten Korporationen homophil und homophob auf.

Ihre „Manieren“ trainieren Korporationsstudenten untereinander und mit ,Alten Herren’. Diese sind derart speziell, dass sie sich auf den entstandenen Habitus zur gegenseitigen Erkennung verlassen wollen und können.

Der Referent wird über Erziehungsmethoden in Korporationen und die eingeforderten Verhaltensregeln referieren. Im Ergebnis stehen Männerbündelei, Sexismus und elitäres Denken. Dies alles hält die Verbindungen nicht davon ab, regelmässig nach außen das Bild freundlicher Biedermänner zu repräsentieren.

Der Politikwissenschaftler Dr. Peters war früher selbst Mitglied in einer Studentenverbindung und setzt sich nicht nur aufgrund eigener Erfahrungen seit langem kritisch mit dem Korporationswesen auseinander. Er ist Autor des Buches «Elite sein. Wie und für welche Gesellschaft sozialisiert eine studentische Korporation?» sowie Herausgeber des Buches «Intellektuelle Tiefgarage: Auf den Spuren studentischer Korporationen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt». Er lebt in Heidelberg und Straßburg.

Wann / Wo: 21.6. | 18:00 Uhr | SR 308, CZS 3, FSU | Jena

Veranstalter: Referat gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit des StuRa

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