Archiv für den Monat April 2012

Infoveranstaltung zu den antifaschistischen Aktionen gegen den „Eichsfelder Heimattag“ und den „Thüringer Tag der nationalen Jugend“

Seit Jahren ist Thüringen das Festivalland Nr. 1 der neonazistischen RechtsRock-Szene. „Eichsfelder Heimattag“, unter diesem Namen plant Thorsten Heise, Kreistagsabgeordneter für die NPD Eichsfeld, nun für den 5. Mai 2012 zum zweiten Mal ein Neonazi-Konzert in Leinefelde. Mit diesem als „Familienfest“ getarnten Konzert versucht er ein weiteres braunes Großereignis in Thüringen zu etablieren. Im konservativen Eichsfeld stieß bisher kaum auf Widerstand. Und unter dem Motto „Volkstod stoppen“ planen Thüringer Neonazis am 9. Juni 2012 in Meiningen ihren „11. Thüringentag der nationalen Jugend“. Die Veranstaltung zog in der Vergangenheit regelmäßig mehrere hundert Nazis an.

Es  ist notwendig, den Nazis entschieden entgegenzutreten. Es muss klar werden, dass weder in Leinefelde und Meiningen noch anderswo Platz für rechte Ideologien, Veranstaltungen oder Aufmärsche ist.

Bei der Veranstaltung gibt es aktuelle Informationen zu den Nazi-Events, den geplanten antifaschistischen Gegenaktivitäten und dazu, wie wir versuchen werden, den Nazis den Spaß zu verderben.

Ort: Jugendbüro filler, Schillerstraße 44, 99096 Erfurt
Zeit: Montag, 30. April 2012, 18.00 Uhr

Flyer zum Ausdrucken, Zerschnippeln und Verteilen

„Die Arbeit nieder! Luxus für alle!“ Eine Kritik des Arbeitsfetischismus

Wann: Montag, 16.04.2012   18.00 Uhr

Wo: Filler

Der Papst verkündet, die Arbeit trage dazu bei, „Gott und den anderen näher zu sein.“ Bei der NPD firmiert „Arbeit“ noch vor „Familie“ und „Vaterland“ und linke Gruppen drohen ihren Gegnern in ihren abgehalfterten Demosprüchen an, sie „in die Produktion“ zu schicken und klammern sich an die Sklavenparole „Die Arbeit hoch!“ Statt für die Bedingungen der Möglichkeit individueller Freiheit und gesellschaftlicher Autonomie zu streiten, für eine Art produktiven Müßiggang, sucht man in der Schinderei der Arbeit Erfüllung – und findet sie womöglich auch noch.

Schon Hitler proklamierte in „Mein Kampf“ „den Sieg des Gedankens der schaffenden Arbeit, die selbst ewig antisemitisch war und antisemitisch sein wird.“ Wie ernst der Führer das gemeint hatte, konnte man später über den Toren der Vernichtungslager nachlesen.

In der Huldigung des Prinzips der Arbeit finden rechts und links, sozialdemokratischer Etatismus und liberaler Verwertungswahn zueinander. Ob linke Globalisierungsgegner, christliche Sozialethiker oder faschistische Produktivitätsfanatiker: Helfershelfer bei der Rettung der Arbeit soll der Staat sein, der den zügellosen, nicht dingfest zu machenden Marktkräften den Betrug an der „ehrlichen Arbeit“ verunmöglichen soll: Kein Arbeitsfetischismus ohne Staatsfetischismus.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Universität Wien und engagiert sich bei Café Critique (www.cafecritique.priv.at). Er ist Autor von „Fetisch und Freiheit. Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ (ça ira 2007) sowie Herausgeber von „Feindaufklärung und Reeducation. Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006).