Aufruf der EJE und der [ake] „Die Nazis matt setzen!“

Die Nazis matt setzen!
Nazis? Gibt es hier nicht! Oder? Der klassische Stiefelnazis mit Glatze und Bomberjacke ist schon seit einigen Jahren ein Auslaufmodell – einfach völlig von gestern. Leider ist mit diesem Kleidungsstil nicht auch gleich die dazugehörige Haltung verschwunden, die Nazis gibt es immer noch, auch in Erfurt.


Sie fallen weniger aus dem Rahmen, immer modisch und sportlich gekleidet in Thor Steinar Flecktarnjacke, oder nur mit einem Thorshammer um den Hals. Manchmal ist es nur ein kleiner Button und der Rest von der Stange bei H&M.


Nazis sind Pop. Gerade diese Modernisierung, diese ästhetische Grundüberholung macht die Nazis für Viele im Alltag unsichtbar.
Eine andere Sprache sprechen die Übergriffe allein im Erfurter Stadtgebiet: Im März wurde mitten auf dem Anger ein junger Mann zusammengeschlagen und schwer verletzt, eine Nacht später wurde ein Mädchen von drei Person ebenfalls in der Nähe des Angers niedergeschlagen. Dies sind nur Beispiele für eine Reihe von brutalen Attacken auf alternativ aussehende Menschen.
Neben der Gewalt ist eine Normalisierung von rechten und rassistischen Einstellungen im Alltag zu beobachten – Erfurt ist dort weder an der Spitze, noch das Land der Unbescholtenen – Erfurt ist durchschnittlich rassistisch, antisemitisch und nationalistisch, in Thüringen und auch bundesweit – Tendenz steigend.


Zwar gilt in Nazikreisen Erfurt immer noch als „rote Stadt“ und die organisierte Naziszene hat einige Probleme: die NPD musste nach einigem Ärger ihr Büro schließen, auch die lokale Kameradschaftskneipe musst nach antifaschistischen Protesten schließen, selbst der Nazi-Sportverein SV Vorwärts hat inzwischen sein innovatives Badminton Messerabwehr- Tai-Chi-Kickbox-Training in öffentlichen Sportstätten eingestellt.

 

Also eigentlich alles kein Problem?
Keinesfalls! Die rechte Subkultur ist existent und aktiv wie nie zuvor: Das Tragen von Thor Steinar ist inzwischen in breiten Bevölkerungskreisen normal und hip. Das Auftreten als „autonome Nationalisten“ oder „Hatecorer“ stellt den Versuch der Nazis dar über Mode anschlussfähig für andere Subkulturen zu werden. Allein in Erfurt vertreiben drei Läden eine Mischung aus Hooligankleidung, plumper Militaria und eben expliziter Nazikleidung. Auch in diversen Internetforen tummelt sich ein brauner Mob und amüsiert sich großartig.


Diese Nazisubkultur und die Normalisierung rechter Ansichten und Symbole ist nicht nur die Basis für die organisierte Naziszene, sie hat vor allem den Effekt langsam aber kontinuierlich das Klima in der Stadt zu verändern. Wenn sich niemand mehr über einen Schriftzug wie „Division Nordland“, „Odin statt Jesus“ oder ähnlichen Quatsch wundert, wenn es normal oder sogar cool wird mit dem Aufdruck „White Power“ rum zu laufen, dann ist die Etablierung rechter Codes und Symbole mitten in der Gesellschaft angekommen. Mode ist nicht nur Ausdruck einer Weltsicht, sondern auch ein Zeichen für die Normalität und Anerkennung dieser Sicht. Zeit zu handeln!

Wir laden euch ein gemeinsam mit uns – der Emanzipatorischen Jugend Erfurt und der [ake] Antifaschistische Koordination Erfurt – aktiv gegen Nazis zu werden. Ziel unserer Blitz-Kampagne, ist es die Nazisubkultur ins Bewusstsein der Stadt und ihrer Menschen zu rücken und damit die Grundlage zu schaffen, aktiv gegen Nazis zu werden. Aktiv werden bedeutet für uns den organisierten Nazis wie NPD und Kameradschaften ihr Umfeld zu nehmen. Die NPD braucht die rechte Subkultur wie ein Fisch das Wasser oder der Schachkönig die Bauern.

Gemeinsam für eine emanzipatorische und solidarische Gesellschaft!
Die Nazis matt setzen!

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