Archiv für den Monat Mai 2007

Aufruf der „Antifaschistischen Koordination Erfurt“ [AKE] zur Demo „gutes tun – nazis stoppen! am 1. Mai in Erfurt

 

Nicht in Leipzig sondern in Erfurt wollen dieses Jahr „Freie Kräfte“ und NPD am 1.Mai ihre traditionelle Demonstration unter dem Motto:
„Arbeit für Millionen statt Profite für Millionäre!“ abhalten. Nach mehreren desaströsenVersuchen in Leipzig haben sie sich auch diesmal ehrgeizige Ziele gestellt.
Hiermit ruft das Bündnis „Antifaschistischen Koordination Erfurt“ [AKE] zu Aktionen und einer Demonstration gegen diesen Aufmarsch auf.

Worum geht es den Nazis?

Mit ihrer seit einiger Zeit laufenden „antikap“- Kampagne versuchen Thüringer Nazis zum einen im globalisierungskritischen Lager Fuß zu fassen,
zum anderen die mit den sozialen Verhältnissen Unzufriedenen für sich zu gewinnen. Dies wird mit plumpen Parolen von einem „Nationalen
Sozialismus“ und dem Gerede von „Raumfremden Personen“ vermittelt. Der Feind ist der „globale Kapitalismus“ und das internationale
Finanzkapital, dass alleinig die „anständigen“ und „fleißigen Völker“ unterjocht. Ohne es konkret zu nennen ist das Judentum gemeint.
Dem scheinbar mühelosen Einkommen des Zinses setzen die Nazis die „ehrliche Arbeit“entgegen, was auch das Demomotto zur Geltung bringt. Ihre falsche Kapitalismuskritik bringt kein Verständnis dafür auf, dass Lohnarbeit die Basis des Kapitalismus und damit auch die Basis z.B. des Zinses ist. Arbeit von Kapitalismus zu trennen, bedeutet „schaffendes“ gegen „raffendes Kapital“ zu stellen. Die Verkörperung des „raffenden“ Kapitals ist für die Nazis das Judentum. Das Projekt der Eleminierung des „raffenden Kapitals“ war der Holocaust. Die Nation ist für die Nazis der „Widerstandsraum“ gegen das globale Kapital. Die Nation ist festgelegt durch Geburt, Ortung und Ordnung. Die Ordnung der Nazis ist die des autoritären Nationalstaats (Diktatur), der alle „Volksschädlinge“, seien es Nichtdeutsche, Jüdinnen und Juden oder Arbeitsunwillige bekämpfen möchte. Die Nation ist jedoch nicht Widerstandsraum sondern Gefäß des Kapitalismus. Sie stellt nach wie vor die Rahmenbedingungen des kapitalistischen Wirtschaftens. Die Ideologie des Nationalismus ist eine Durchsetzungsideologie des Kapitalismus, den die Nazis laut eigener Aussage bekämpfen wollen. Es ist eine Ideologie, die alle Unterdrückungen und Ausbeutungsverhältnisse unter dem Mäntelchen der „Volksgemeinschaft“ verschwinden lassen will. Mit diesen Vorstellungen versucht die antikap-Kampagne nun auch bei den Protesten gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm Fuß zu fassen. Der 1.Mai ist hierbei der Startschuss für die Moblisierung im Aufruf der „Antifaschistischen Koordination Erfurt“ [AKE] zur Demo „gutes tun – nazis stoppen! am 1. Mai in Erfurt Sommer. Ihr eigenes provinzielles Deutschtum wird gegen die Globalisierung in die Waagschale geworfen. Ihr antiglobaler Standpunkt ist der der völkischen Provinzialität. Für eine weltweite Verständigung der Menschen gegen Unterdrückung, Kapital und für globale Bewegungsfreiheit treten sie nicht ein.

Zur Situation in Thüringen
Die Nazis bezeichnen Erfurt als „Frontstadt“. Es sei die „letzte Bastion der Linken“ in Thüringen. An diesem großmäuligen Militärjargon ist
erkennbar, wie strategisch wichtig ihnen Erfurt als Veranstaltungsort der 1.Mai-Demonstration ist. Hier gibt es eine eigene JN-Ortsgruppe, die
„Freien Aktivisten Erfurt“. Hier finden Wirtschaftstreffen der NPD statt und hält die NPD unter starker Bewachung Infostände ab. Nach
den Wahlerfolgen der NPD in Sachsen und Meck-Pomm träumen auch Thüringer Nazis von Landtagssitzen und dergleichen. Da es auch in
Thüringen latenten Rassismus und Antisemitismus gibt, ist diese Gefahr durchaus real. Die Thüringer Nazis publizieren aus diesem Grunde
flächendeckend eigene Zeitungen (Wartburgbote, Bürgerstimme), kapern inhaltlich Bürgerversammlungen und bemühen sich um ein „Gute-
Jungs-Image“. Den Nazis ihre Außenwirkung zu versauen und über ihre Machenschaften aufzuklären sollte daher ein Schwerpunkt aller antifaschistisch denkenden und handelnden Menschen sein.

DAGEGEN

Wir das Bündnis „Antifaschistische Koordination Erfurt“ [AKE], wollen keinen Aufmarsch völkisch-rassistischer Antisemiten in Erfurt und
anderswo. Der 1.Mai ist uns auch nicht ein „Tag der Arbeit“, sondern ein Kampftag der sozial Schwachen für eine emanzipatorische Gesellschaft. Als dieser muss der 1.Mai gegen eine braune Vereinnahmung verteidigt werden und es sollte nicht dabei bleiben. Deshalb ruft das Bündnis „Antifaschistische Koordination Erfurt“ [AKE] zur Demonstration unter dem Motto: Gutes tun! Nazis stoppen“ auf. Beteiligt euch an der Demonstration und den Gegenaktivitäten!

Dieser Aufruf wird von folgenden Gruppen unterstützt:

IGM Jugend Erfurt
Antifagruppe AG17
Grüne Jugend Thüringen
Linkspartei.PDS Stadtverband Erfurt
Bergsteiger_innen – G8-Moblisierung Thüringen
Rotstifte – linke Jugendgruppe
Ver.di Jugend Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Red Roxx Offenes Jugendbüro der Linkspartei
AJAE (Antifaschistische Jugendgruppe Erfurt)
Besetztes Haus Erfurt
[`solid] Thüringen

http://www.gutestun-nazis-stoppen.tk

Treffpunkt: 11:Uhr Leipziger Platz
Demobeginn: 12:Uhr